Wir brauchen mehr Offenheit für Neues2017-07-03T00:46:08+00:00

Project Description

Interview mit Barbara Dahl

„Wir brauchen mehr Offenheit für Neues!“

Barbara, Du hast für internationale Mode-Labels gearbeitet und dabei viel von der Welt gesehen. Was hat Dich nach Reutlingen zurückgeführt?

Barbara Dahl: Die Zeit in Spanien und China war sehr aufregend. Doch im Laufe der Jahre wurde der Wunsch immer größer, ein eigenes Modelabel zu gründen und das wollte ich gerne in Deutschland und natürlich am liebsten in meiner Heimatstadt Reutlingen. Es ist schön, in der Nähe der Familie zu arbeiten und natürlich habe ich hier auch viel Unterstützung durch diese und auch durch gute Freunde, was bei einer Selbstständigkeit unabdingbar ist.

Wie beeinflusst Dich Reutlingen bei Deiner Arbeit?

Barbara Dahl: Reutlingen ist kulturell sehr vielseitig und Inspirationen finde ich überall.

Ich lasse mich weniger von berühmten Designern anregen als vielmehr vom alltäglichen Leben, von den Menschen und meinem Umfeld.

Du verbindest im Mode-Café Benz Mode und moderne Gastronomie. Wie bist Du auf das Konzept gekommen?

Barbara Dahl: Die Idee für dieses Konzept habe ich schon vor einigen Jahren in Städten wie Berlin und Leipzig gesehen und habe diese als Leitfaden genommen und auf meine Art und Weise umgesetzt. Mode stand von Anfang an fest und da meine private Leidenschaft sich um Fotografie, Kochen und Backen dreht, war das Konzept quasi schon geschrieben.

Alle Leidenschaften vereint. Was kann man sich schöneres wünschen?

Welche Menschen treffen sich im Mode-Café Benz?

Barbara Dahl: Eine bunte Mischung aus jung und alt! Mit Sicherheit auch die jungen Szenen, Menschen aus Reutlingen und vor allem Kuchenliebhaber, finden den Weg zu uns.

Was muss Deiner Meinung nach passieren, damit Reutlingen noch mehr Szene-Charme und Anziehungskraft gewinnt?

 

Barbara Dahl: Wir brauchen vor allem die Studenten und mehr junge Menschen in der Stadt! Um diese zu gewinnen, brauchen wir gewagtere Bar- und Geschäftskonzepte und bessere Bedingungen für Start-ups. Klar, es müssen mehr junge kulturelle Veranstaltungen hinzukommen. Und vor allem: Wir brauchen mehr Offenheit für neue Ideen und mehr Identifikation mit der Stadt und ihren Menschen. Das Potential dafür ist mit Sicherheit vorhanden aber wir brauchen mehr Austausch und Kommunikation um eine Grundlage dafür zu schaffen.

Wenn Du jetzt Reutlingen als Mode-Schöpferin betrachtest: Welchen Look würdest Du der Stadt gerne geben, damit sie ihren Charme so richtig entfalten kann?

Barbara Dahl: Mit dem Skatepark und dem Gelände um den ZOB ist schon ein guter Anfang gemacht worden. Ich glaube, dass man mit einer bunteren Gastroszene, jungen Start-ups, mehr Toleranz und Offenheit für Neues, Reutlingen gut einkleiden könnte.